~Enoshima - kleine Insel, großer Trubel!~

Sonntag, der 22. Februar

Für heute hat sich unser kleiner Toru etwas besonderes lassen. Diesmal war nämlich etwas an der Reihe, woran wir vorher noch gar noch gedacht hatten, und was auch nicht auf unserem Aktionsplan stand, welchen wir den Japanern vor unserem Aufenthalt hatten zukommen lassen.

Es ging nach Enoshima – um genau zu sein auf Enoshima.. Wie der Name schon sagt (Shima = Insel) handelt es sich um eine Insel (Bild oben: Enoshima im Hintergrund, davor der Überweg auf die Insel)…eine recht kleine Insel um genau zu sein. Unsere Truppe war umso größer. Mir ist zu Ohren gekommen, dass diese Insel auch einbeliebtes Ausflugsziel für Japaner ist. (Memo an mein Forschungsprojekt) Da heute Sonntag ist, war demnach auch ein reichliches Aufgebot an inländischen Touristen vorzufinden, vor allem Familien u.a. mit absolut niedlichen kleinen Kindern. Und mittendrin - eine buntgemischte Gruppe deutscher Japanologen und japanischer Germanisten...

Der Ort liegt am Meer und ist daher sehr von Fischerei geprägt. Überall werden leckere Fischdelikatessen angeboten…zu diesen fischverrückten Einheimischen zählen nicht nur die Japaner. Bis jetzt habe ich noch keine Küste erlebt, an der ich keine einzige Möwe entdeckt habe…aber hier in Japan scheint wirklich alles irgendwie anders zu sein. Ich zitiere ein Warnschild:

„とびはご注意下さい!“

Man könnte das abenteuerlich mit „Nehmen sie sich vor Tobi in Acht!“ übersetzen, aber nein…das ist kein Name! Tobi ist keine japanische Spezialität und auch keine Art von Stolpersteinen. Hier die eigentliche Übersetzung: „Vorsicht vor den Falken!“ oO Ja, da guckt man nicht schlecht, wenn der Himmel über einem mit Greifvögeln übersät ist. An Strand und Ufer wimmelte es außerdem von schwarzen Lebewesen...der Anblick erinnerte mich an die Robbenbänke in Dänemark. Jene Lebewesen waren aber nicht so aktiv wie diese hier. Beim genaueren Hinsehen erkannte man, dass diese herumhampelnden Wesen Surfer waren...oo 

Ein kurzer Blick aufs Meer und danach einer direkt hinein - Wir stürmten ein Aquarium. Der Eintritt kostete pro Person stolze 2000 Yen (ca. 17 €). Leider hat es bei uns dann doch nicht für ein Gruppenticket gereicht, 20 Leute waren wir nun auch wieder nicht >.>‘‘. Eine wirklich interessante Ausstellung, mit metergroßen Riesenseespinnen und riesigen Fischschwärmen. (Bild links: Gennai hat Spaß!^^)

Für alle Einzelheiten hat die Zeit leider nicht gereicht, denn wir waren erstens noch im Vorort und nicht auf der Insel, zweitens hatten wir, wie es Japaner ausdrücken, „leere Bäuche“. Also suchten wir wieder ein bezahlbares Restaurant, wo es außer Fisch noch andere Dinge zu Essen gab. Ich probierte mich diesmal an einem beliebten aber einfachen und günstigeren Gericht: Curry-Reis. Zum Umfallen lecker aber irgendwie doch zu wenig, die Portion…aber nach einer Cola aus einem Getränkeautomaten und einem japanischen kurepu (Crepe) mit Extraportion Endorphinen (Banane-Schoko) war wieder alles in Butter. Wie man sieht passe ich mich hervorragend meiner Umgebung hier an. Alles ist erst einmal unwichtig, außer Essen!

Also…was macht man eigentlich auf Enoshima? Neben den Fischgerichten haben wir einige weitere Schreine besichtigt. Als wir uns für eine Postkarte durch ein zugerammschtes Souvenirlädchen kämpften, stießen wir auf einen älteren Herrn, der uns von einer Legende um Enoshima erzählte – Das klingt wie aus einem Pokémon Spiel – um genauer zu sagen, er versuchte uns davon zu erzählen. Als er das Wort „densetsu“ in den Mund nahm, verstanden wir endlich, was der Gute von uns wollte, nachdem er uns fragte, ob wir das „??? Von Enoshima“ kennen:

Da wäre so ein ??? im Meer vor Enoshima ??? was dann eines Tages ??? und deshalb ?????

Nami: „Eto, ???? …?“ (ich redete ein Wort nach, was wohl die vermeintliche Bezeichnung dieses Dingens da im Mehr gewesen war. Es klang wie Ningyou, für mich hieß das bis dahin noch „Maskottchen“ oo).

Meine Vermutung war aber: entweder Drache oder Meerjungfrau, da Japaner ja durchaus auch ihre eigenen Legenden von Meerjungfrauen haben, z.B. soll man unendlich lange leben, wenn man das Fleisch von Meerjungfrauen isst. In jedem Fall verriet uns das nette Onkelchen, dass das Dach des Enoshima Bahnhofs mit seiner Form an jene Legende erinnern soll. Nachträgliche Recherchen haben nun ergeben: ningyo mit kurzem „o“ heißt Meerjungfrau.Japaner sind also nicht nur gut darin Intentionen anderer von deren Gesichtern abzulesen, sie strahlen auch mit ihrer ganzen Art aus, was sie gerade beabsichtigen dem anderen mitzuteilen. Jene wissbegierige und mitteilungsfreudige Menschen sind mir auf dieser Reise die liebsten. Immerhin stand von dieser Sage in keinem unserer Prospekte etwas geschrieben und unsere Japanerlis konnten auch nix dazu sagen.^^

Nach dem Besuch eines Tempels (oder war es doch ein Schrein? = Shintoistisches Gebäude, Tempel = Buddhistischer Ort; ich werde darauf nachträglich noch einmal zurückkommen) auf einem Berg, der einen endlosen Treppenaufstieg erforderte (Bild links), lief uns auf dem Rückweg eine weitere Person dieser Art über den Weg. Ein älterer Herr um die 50 Jahre machte auf dem Fahrrad neben uns halt und begann unvermittelt English zu sprechen. Er fragte, ob er von jemandem von uns nicht die Adresse bekäme um mit uns Briefe zu schreiben…Jumpei (ein Japaner, das erklärt seinen sechsten Sinn und sein Feingefühl) merkte, dass das uns suspekt vorkam und wimmelte den guten mit der Begründung ab, Deutsche würden kein Englisch sprechen. 

Ein recht abenteuerlicher Tag mit extrem viel Japanischer Konversation. Gegen Japanisch-Flashs scheinen wir inzwischen desensibilisiert, auch wenn es früh nach dem Aufstehen immer noch recht seltsam ist in das Japanische Geplapper einzusteigen.

Spezial ~Nami erklärt Japan~

Samstag, der 21. Februar

Da wir heute offiziell frei hatten, werde ich von meinen eigenen Erfahrungen hier ausgehend über mein Alltagsleben in Japan berichten.

Fakt ist, Japan ist teuer - im Vergleich zu Halle...wenn man das Ganze aber ins Verhältnis zum Lohn eines Japaners setzt, sind die Preise durchaus normal. Leider bin ich weder ein Japaner, noch arbeite ich hier...was macht nun ein kleiner Student, der kein Geld hat? 

Er geht in einen billigen Supermarkt bzw. einen "100-Yen Laden"...

Nami erklärt Japan ~ Teil 1

~Kombini no Mono - Dinge aus dem japanischen Supermarkt~

Gerade aus dem Shimoda-Wohnheim herausgetreten, da regnet es auch schon wie aus Kannen. Bis auf Annika hatte natürlich keiner einen Regenschirm mit nach Japan gebracht. Unsere Rettung - ca. 100 m um die Ecke: ein Kombini.


Kombinis sind wie bereits erwähnt die meist kleinen japanischen Supermärktchen. Sie haben für gewöhnlich rund um die Uhr geöffnet und sind an so ziemlich jeder Straßenecke zu finden. Allein auf dem Weg zum Bahnhof gehen wir innerhalb der 15 Minuten Fußmarsch an 4 Kombinis vorbei. Die Belegschaft besteht meist aus sehr jungen Leuten, welche wohl nebenbei jobben. Einige sehen für japanische Verhältnisse recht „ausgeflippt“ aus. Dann kann es sich durchaus um irgendwelcher Musiker handeln die abends die vielen Tokyoter Live Houses unsicher machen, da wo zwischen ca. 17 und 21 Uhr ein immenses Teenie-Aufgebot herrscht.
Zurück zu den Kombinis. In fast jedem dieser Läden ist es möglich an einem Automaten per EC-Karte Geld abzuheben. Neben dem Angebot an Fertignahrung, verschiedenen Getränken und Knabbereien gibt es auch Drogerieartikel, Schreibkram und anderen Krempel, wie zum Beispiel Regenschirme. ^^

~Verpackungswahn no koto* – die Suche nach der Nadel im Heuhaufen~

Neulich fand ich endlich Tee(Darjeeling) in Form von Teebeuteln, den ich gestern Abend bei einem Plausch in der Gemeinschaftsküche einweihte. Was glaubt ihr, wie viele Verpackungen ich öffnen musste, bis ich den eigentlichen Teebeutel in der Hand hielt? Ich fang einfach mal an. Zuerst nimmt man die Schachtel aus der kleinen halbdurchsichtigen Einkauftüte, die einem in jedem Kombini in die Hand gedrückt wird – mich erinnern diese Tüten eher an Mülltüten, aber egal. Anschließend hält man die in Klarsichtfolie eingepackte Tee-Pappschachtel in der Hand. Wenn man diese nun abgepellt hat, könnte man glatt denken diese Pappschachtel stammt aus einem deutschen Supermarkt. Aber – wie ich jetzt sagen würde – „denkste!“ Man öffnet die Pappschachtel und entdeckt nochmals vier kleine halbdurchsichtige Tütchen in denen jeweils fünf Papierpackungen drin sind.

Erst in diesen Papiertütchen verstecken sie sich, die kleinen Griepel! Wenn man diese also öffnet, hält man endlich seinen Teebeutel in der Hand. Aber die Mühe lohnt sich! Würde das Wasser hier in der Küche nicht allzu sehr verchlort schmecken, hätte man glaube ich den originalen Geschmack. Nun sitze ich hier zusammen mit Erik und Shu und trinke den Tee aus meiner großen Cornflakes Schüssel, weil ich mal wieder nicht daran gedacht habe, dass mein Becher ja zum Teetrinken ungeeignet ist.

Japaner scheinen reine Verpackungskünstler zu sein. Alles ist so oft es geht eingepackt...Kekse kann man einzeln in die Tasche stecken ohne diese vollzukrümeln, da ja nochmals eine Schutzhülle drumherum ist. Verpackt wird hierbei (mit wenigen Ausnahmen) nach bestimmten Prinzipien. Hier ein übertriebenes Beispiel:

"Ich packe meine Kekse"

1. Alles wenns geht einzeln verpacken, dann siehts auch mehr aus: Jeder Keks kommt einzeln in Klarfolie.

2. Es sollte wenns geht nicht klappern und rascheln: Damit nix verrutscht verstaut man Kekse mit der Folie drumherum bruch- und stoßfest in einer Plastikform.

3. Kein Klappern und Raschlen²! Die Plastikform mit den in Folie verpackten, bruch- und stoßsicheren Keksen wird, für den Fall dass die in Folie verpackten Kekse rausfallen, nochmals eingetütet.

4. Wenn schon alles einzeln und blicksicher eingepackt ist, dann muss wieder was schönes designtes drumherum. Man schiebe die eingetütete Plastikform mit den bruch- und stoßsicheren in Folie verpackten Keksen in eine ansprechend aussehend bedruckte Pappschachtel.

5. Es geht immer noch mehr! Folien sind durchsichtig! Also: die Papschachtel mit der Tüte mit den bruch- und stoßsichern in Folie verpackten, in einer Plasteform verstauten Keksen wird nochmals mit Folie drumherum versehen., das sieht schöner aus...

6. Wahlweise zum Geldscheffeln und Pseudo-Sonderangebote schaffen kann man mehrere mit Folie versehene Pappschachteln, mit Tüte mit bruch- und stoßsichern in Folie verpackten, in einer Plasteform verstauten Keksen drin, zusammen nochmals verpacken...

* “… no koto“ = "die Sache mit …" 

~Kleine Gedankenpause zwischendurch~

You Need To Be Here

I feel the wind rush across my face like an invisible 
wave crashing over me
I started holding my breath, the moment I left,
wondering what the day was gonna bring for me....
But there's no way that I could ever prepare,
for the scope of it all, the warmth of the days,
I'm never gonna be the same....

The whole world’s racing by
And no words can describe 
How it feels inside
You need to be here, you need to be here with me
They come and go so fast
These moments never last….
So you need to be here, you need to be here with me


It’s something new when beyond every corner is a mystery
All the roads that I’ve taken could never be mistaken for 
the one that now is under my feet
And I realize, with open eyes, 
every second that we have is once in a lifetime,
Once in a lifetime….

The whole world’s racing by
And no words can describe 
How it feels inside
You need to be here, you need to be here with me
They come and go so fast
These moments never last….
So you need to be here, you need to be here with me

‘Cause some thing’s incomplete, 
not quite how it should be
And I try and I try to live in the moment
But everything I do, still leads me back to you….
‘Cause there is no substitute….

Hoobastank - For(n)ever

~Shinto und pure Natur in Kamakura~

Freitag, der 20. Februar

An einem regnerischen Tag 10 Uhr am Bahnhof Yokohama. Die deutschen Studenten machen ihrem Ruf mal wieder alle Ehre und sind pünktlich vor Ort. Dass wir eine halbe Stunde früher da waren, muss ja keiner wissen…

Dieses Mal ging es nach Kamakura. Zuerst war wieder einmal fröhliches Souvenirshopping angesagt. Wir nahmen einen Shop der Ghibli-Studios (Studio in denen eine Menge bekannter japanische Zeichentrickfilme produziert werden, z.B. Tonari no Tottoro (siehe Bild), Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland, Das Wandelnde Schloss) mit.

Danach machten wir an einem Essensstand halt und Plauschten ein wenig mit der Verkäuferin. Sie erzählte uns, dass sie schon einmal in München und beim Schloss Neuschwanenstein (Richtig so! Das Original! Nicht Tokyo Disneyland…xD) gewesen war. Sie war wirklich sehr freundlich, bemühte sich zunächst Englisch zu reden. Wir aber antworteten hartnäckig auf Japansich und siehe da! Sie sprach Japanisch mit uns! ^^ Nebenbei fielen Erik und ich über die Mochis vom Stand her. mochis sind kleine gallertartige Reiskuchen mit Süßer-Rote-Bohnen-Paste gefüllt. oishiisou!!!! (yummi!!!!!)

                                                                                                                                                                                                                        oben links: Annika, Erik und ich beim Reinigungsritual

oben rechts: ein heiliger Baum

unten links: mehrere Toori (shintoistische "Toore") hintereinander als Abgrenzung eines Schreines

unten rechts: Teil des großen Schreines von Kamakura

Kamakura ist reich an shintoistischen Schreinen, einige kleine mitten zwischen zwei Häusern, die schönsten wohl versteckt in der Wildnis. Mittlerweile sind wir schon recht geübt in diesem shintoistischen Reinigungsritual. Während Shu mit husten beschäftigt war, stellte ich fest, dass ich den Geruch der Weihrauchstäbchen als äußerst angenehm empfinde – wer weiß, was für Kräuter da im Spiel sind… >.>‘‘

Langsam bekamen wir Hunger. Ich selbst hatte an diesem Morgen lediglich ein paar Schlückchen Milch getrunken und mich unterwegs neben dem Schirm mit ein paar Kombini-Keksen eingedeckt. Die Restaurants in Kamakura sind eindeutig überteuert! Wir versuchten es damit uns von den touristischen Hauptstraßen zu entfernen und fanden schließlich einen kleinen privaten Mise (Laden, wie auch immer man es nennen könnte) mit vertretbaren Preisen. Das untere Geschoss war bereits voll. Wir erfuhren, dass die Großeltern der Familie im oberen Stockwerk ebenfalls Essen zubereiten, und zwar ausschließlich Yaki-Udon. Aber warum nicht? ^^ Also gingen wir die schmale Treppe nach oben. Man kam sich vor, als würde man geradewegs in die Wohnung der Besitzer hereinspazieren. oO Es sah aus wie ein Wohnzimmer mit vielen kleinen Antiquitäten und selbstgemachten Dingen, wie Bilder, Schriftrollen, Schmuck und einem Fisch aus Löffeln und Pfannenwendern (kein Scherz).

Aber am skurrilsten waren die Gastgeber, die schon sehr alt zu sein schienen. Nach einer ganzen Weile fing dann irgendwann in der Küche etwas zu brutzeln an. Während die Frau bereits fleißig kochte, kam der ältere Herr nett lächelnd zu uns rüber gewatschelt und reichte uns mit seinen etwas tattrigen Händen Becher mit grünem Tee. Auch die Tabletts mit dem Essen wurden vom ihm langsamen Schrittes einzeln gebracht, sodass sich Keishiro sich irgendwann in Startposition stellte um das Essen abzufangen und zum Tisch zu tragen. Das Ganze brachte eine dermaßen persönliche Atmosphäre zustande, dass ich mich dort pudelwohl fühlte. Das Essen wurde mit viel Mühe zubereitet und schmeckte mal wieder absolut lecker! >_<

Mein Magen war wieder einmal absolut vollgestopft und das war auch gut so! Der folgende Marsch sollte nämlich ca. 5 Kilometer dauern. Und das nicht einfach so gerade aus. Zuerst ging es durch einige Gässchen Kleinstadt, in denen wir recht lustige Entdeckungen machten: eine „Konditrei“ (ohne „O“) namens „Glühwürmchenweg“ wo echter deutscher Kuchen gebacken wird; ein Würstchenstand, der deutschen Leberkäse verkauft, eine dumme Katze, ein Falke und zwei Eichhörnchen…wie man sieht, eine recht ländliche, naturbelassene Gegend. So ging es auch die nächsten Kilometer durch die naturbelassene bewaldete Berglandschaft, durch Tunnel und über Wanderpfade mit sehr viel lehmigem Matsch und vielen weiteren Eichhörnchen. Wir hangelten uns an Wurzeln hoch und runter, und wieder hoch…und wieder herunter… Da wir alle dank Erik zum Mittag aufgegessen haben, ist auch das Wetter besser geworden.

Nach einer ganzen Weile hatten wir wieder Beton und schließlich Asphalt unter unseren verdreckten und vermatschten Füßen. Unser Lohn für die ganze Mühe: der Daibutsu von Kamakura – die große berühmte Buddha-Statue...

                                                                                                        rechts: seine Schuhe xD                                                                                            

links: Der Daibutsu persönlich

…und ein Eis. Wir beteten also eine Weile den großen Buddha an – dankten ihm dafür, dass wir es endlich überstanden hatten. Inzwischen war die Sonne schon dem Untergang begriffen…*dadadadahhhhhhhhh* (Tusch!) 

Stimme aus dem Off: „Nami, das ist etwas zu theatralisch!“ <.<

Nami: „OK. Die Sonne ging unter. Wir gingen ans Meer. Und stellten uns da hin. Und guckten. …“

Stimme aus dem Off: „So nun auch wieder nicht!“

Nami: „ich zeig einfach das Bild...“

Der Rückweg führte mit der Bahn während des Sonnenuntergangs die Küste entlang. Ab und zu tauchte der Zug wieder in kleine Häuserreihen ein, kam wieder hervor und der Himmel gewann jedesmal ein bisschen mehr Abendröte, während Erik in seine kleine Traumwelt versank…


~Ein Tag voller Unterhaltung in Odaiba~

Donnerstag, der 19. Februar

Heute ging es Richtung Odaiba. Zuerst wurden die Souvenirläden abgegrast, danach gab es Mittagessen im Grundschulstil. Ich hatte endlich die Gelegenheit richtigen omuraisu („Om-Reis“ – Reis mit Ei) zu essen. Und noch dazu mit Curry! >___<

 

Als nächstes setzten wir unsere Tour zum japanischen Fernsehen fort.

Diesmal war der private Sender Fuji TV an der Reihe. Maskottchen dieses Fernsehsenders ist übrigens ein kleiner blauer Hund namens Rafu. Auf einer langen Rolltreppe ging es durch einen gläsernen Gang in den 7. Stock, danach mit dem Fahrstuhl in den 25. Stock, in die große metallene große Kugel des Gebäudes. Dort begann auch die Ausstellung.

Wir sahen auf den Bildern viele bekannte Gesichter wieder. Unter anderem den berühmten japanischen Komiker Hama-chan, Gackt bei einem Auftritt und natürlich eine Menge Schauspieler aus den Japanischen Dramas. Horikita Maki und Oguri Shun waren wir ein paar Tage vorher schon auf Werbeplakaten begegnet. Horikiti macht zur Zeit irgend eine Handywerbung, die überall herumhängt, während sich Oguri-kun an der Shibuya-Station mit einer Flasche japanischen Tee präsentiert.

                                    links: Oguri Shun am linken Rand

rechts: Maki Horikita, alias Horikiti x3

Heute konnten wir Ikuta Toma der Sammlung hinzufügen. Vermutlich läuft gerade ein neues dorama mit ihm im Fernsehen an, ich tippe auf einen Krimi - nach "Maou" gar nicht mehr so ungewöhnlich.

Das Plakat des neuen Dorama's, Ikuta Toma = 2. Person von rechts

Dann tauchte da noch dieses Plakat wieder auf, was wir bereits vorher in einer Bahn entdeckt hatten. Das ganze erinnerte ein bisschen an die Ikemen*-Eskorte vom Drama "Hanazakari no kimitachi e" (kurz: hana kimi). Und wer war da dabei? Mizushima Hiro! Aber das ist noch lange nicht alles! Auf dem Rückweg, die Rolltreppe nach unten nehmend, begann doch tatsächlich die Musik von "Hana Kimi" los zu dudeln. Und dann steht da noch Junpei, der mich schon die ganze Zeit an Sano Izumi erinnert vor mir herum…oO‘‘ Wenn es nur das äußere wäre, ok, aber er ist ja die ganze Zeit genauso still und verträumt, beamt sich den ganzen Tag durch Gegend und guckt auch genauso wie Sano-kun. Die entscheidenden Sätze kommen auch meistens von ihm. xD Da kann man sich nur vorkommen wie im Film! Da wurde ich mir nochmal richtig bewusst, was für ein Glück ich doch habe hier mit Japanern in Tōkyō herumspringen zu können! ^^

Sieht doch wirklich ein bischen nach Hana Kimi aus, oder? Mizushima-kun steht gleich links neben der Person in der Mitte.

So, genug Fernsehen! Es geht weiter immer dem großen runden Ding nach…dem Riesenrad, genannt „Palette Town“. Es ist 115 m hoch, das Rad allein hat einen Durchmesser 100 Metern. Laut der Durchsage in der Gondel, braucht man für eine Umrundung 16 Minuten und bis jetzt ist das Palette Town immer noch das größte Riesenrad der Welt. Es sind aber demnächst noch weitere Projekte in Arbeit, die diese Höhe toppen sollen. Das größte ist für 2010 mit einer Höhe von 208 Metern in Peking geplant – man kann es auch übertreiben! oO‘‘ Zurück zum Thema: Unsere Gruppe nahm zwei Gondeln in Anspruch, die farbigen, nicht die durchsichtigen, versteht sich >.>‘‘ Ein wahnsinnig eindrucksvolles Panorama! Man konnte mehrere Stadtteile überblicken. Unter anderem auch wieder den Stadtteil Tōkyō mit dem Tōkyō-Tower. Ich freue mit schon darauf, irgendwann von dort aus einen Ausblick über die Großstadt erhaschen zu können, vielleicht sogar mal im Dunkeln…

Genug geguckt…jetzt geht es in die Spielhölle. Eine ganze Halle voll Purikura- und Spieleautomaten jeder Art. Unsere Japanerlis waren so nett und sponsorten uns eine Runde Purikura*² – wir quetschten uns alle neun in den kleinen Automaten und begannen herum zu hampeln, verloren zwischendurch das Gleichgewicht und legten uns halb auf den Boden, als es hieß, wir sollen alle in die obere Kamera gucken. Und das ist dabei herausgekommen:

Nach einigen Versuchen an den Spieleautomaten machten wir uns wieder auf den Heimweg. Obwohl ich die Nacht zuvor recht viel Schlaf gehabt hatte, viel mir auf, dass ich wiedermal erstaunlich erschöpft war. Irgendwann mache ich es den Japanern gleich und nutze die Fahrtzeiten in der Straßenbahn zum Schlafen. Nur das mit dem rechtzeitigen wieder Aufwachen braucht wohl etwas längere Übung, als dass ich es diesen Monat erlernen könnte…

*Ikemen - Bezeichnung für hübsche junge Männer, so ne Art "Hotties" (klingt, als würde ich über Pferderassen reden xDDDD)

*²Purikura sind die kleinen, quietsche-bunten Fotoaufkleber, die man an den dafür vorgesehenen Automaten macht, welche von Japan untrennbar sind. Man lässt sich ablichten und die Bilder danach innerhalb einer bestimmten kurzen Zeit nach seinem Belieben gestalten, mit Botschaften, Glitzerkram und komischen Stempeln. Danach klebt man sie sich irgendwohin...aufs Handy, zum Bleistift.


~Ein erholsamer Mittwoch~

Mittwoch, der 18. Februar

Heute ging es wie geplant nach Shibuya. Erste Station war der japanische Fernsehsender NHK. Dort gab es einen kleinen Einblick in die Welt des japanischen Fernsehens mit seinen vielen süßen Maskottchen, u.a. Domo, das komische, braune, viereckige Ding mit den Punktaugen, was vermutlich einen lebendigen Fernseher darstellen soll..ich find ihn mit seinen spitzen Zähnen eher gruselig als alles andere. oO Das kleine Hörnchen-ähnliche etwas namens Nanami hingegen toppt mit seiner Niedlichkeit wirklich alles und jeden! X3 Unser Erik konnte sich am Nachrichtensprechen probieren und danach schauten wir uns die Kulissen aktueller Fernsehdramas an. Natürlich hab ich ein paar Souvenirs mitgehen lassen...

muharhar! Ich hab ein Backstage Bild vom berühmt berüchtigten NHK-Nachrichtensprecher Erki-boy! - jetz brauch ich nur noch seine Unterschrift fälschen, dann kann ich es als Autogramm bei Ebay für ganz viel Geld versteigern. xD

Anschließend ging es in das Harajuku-Viertel, auf einen Rundgang durch den nahegelegenen Yoyogi Park. Das Wetter war uns heute wieder recht gut gesonnen - blauer Himmel, Sonnenschein aber immer noch recht frisch. Die Ume-Bäume (Pflaumen) blühten und Ich meinerseits konnte bei der Sonne einfach nicht anders als fröhlich in der Gegend herumzuspringen und Erik und Shu auf den Senkel zu gehen. Aber naja, Hauptsache alles Paletti!^^

Zur anschließenden Stärkung gab es für jeden eine große Portion Ramen (japanische Suppennudeln). Ich bestellte mir Jangen Miso Aji Tamago – „Jangen Miso“-Suppe mit einem gekochten Ei drin. Neben Rindfleisch, Pilzen, Frühlingszwiebeln und dem anderen Kram, der so in Miso-Suppe drin ist, war da also noch dieses eine Ei. Ein Ei, rund und groß und vollkommen, wie es nur ein Ei sein kann. Große Preisfrage: Wie isst man dieses schlüpfrige Ei mit Stäbchen?! Lösung: einmal beide Stäbchen rein pieksen und dann die Stäbchen auseinander ziehen. Leider hat ein Ei nicht die gleiche Konsistenz wie Fleisch, dann würde es bei dieser Prozedur nicht nur Risse und Furchen bekommen, sondern sich auch in Einzelteile zerlegen lassen. =.=‘‘

Die nächste Station war der Meiji-Schrein in Harajuku, ein shintoistischer Schrein, welcher dem Kaiser Meiji und seiner Frau gewidmet ist. Die Anlage ist recht groß, kein Gedrängel mehr wie am Ausgang der Harajuku-Station. Genauso ruhig und erholsam wie der Yoyogi Park.

Vor Eintritt haben wir uns von unseren Japanischen Kumpanen in die Prozedur der rituellen Reinigung einweisen lassen. Zuerst mit einer Art Kelle Wasser über die Hände gießen (erst links, dann rechts) danach nochmal Wasser in die linke Hand gießen, und damit den Mund ausspülen. Das Wasser wird anschließend wieder ausgespuckt. Im Schrein drinnen schauten wir uns die vielen Holztäfelchen (Bild rechts) mit den Wünschen der Besucher an. Da waren neben Japanisch auch einige andere Sprachen vertreten, u.a. auch Deutsch. Wünschen kann man sich und anderen hier alles – Gesundheit, Erfolg, Familienglück und beheizte Kloschüsseln… u.u‘‘ (und das ist nicht aus der Luft gegriffen).

Als krönender Abschluss – unsere Mägen waren zwar immer noch chou ippai (total voll) - machten wir nochmals einen kleinen Abstecher in die Takeshita Doori und gingen unserer Cheese-Cake-Crepe-Sucht nach.

sieht doch total lecker aus, nicht wahr?

"Shimoda" to iu koto wa nan desu ka? - "Shimoda", was ist das?

Dienstag, der 17. Februar - bereits der dritte Tag in Japan

Da wir heute noch einmal Schonfrist hatten und die meiste Zeit des Tages im Wohnheim verbrachten, werde ich mich einmal unserer Unterkunft widmen.

Das Shimoda Wohnheim - Zur einen Hälfte Schlupfloch für internationale Studenten der Keio Universität, zu anderen Hälfte Zuhause von Sportstudenten, diejenigen, welche immer zur allgemeinen Erheiterung beitragen. ^^

Jeder hat hier sein eigenes kleines Einzelzimmer inklusive ständiger Luftzufuhr von Seiten der Balkontür - ob man will oder nicht, so dass man in den Zimmern auch ganz bestimmt keinen Hitzetod stirbt. =.='' Aber es gibt ja noch die gut beheizten gemeinschaftlichen Küchenräume. Da spart man sich ne Menge Heizkosten und hat zusätzlich jedes Mal andere Gesellschaft. Ob Koreaner, Deutsche, Chinesen oder sogar Japaner, da ist viel dabei. Momentan scheinen aus mir unerklärlichen Gründen die Deuschten in der Überzahl...

Des weiteren verfügt jeder in seinem Zimmer über einen eigenen Kühlschrank und ein Bad/eine kleine Nasszelle mit Minibadewanne und Dusche in einem und einer Toilette - ohne Klobürste, aber mit zwei verschiedenen Spülgängen. Oo Das Licht lässt sich ebenfalls regeln, in drei verschiedenen Stufen und ausschlalten, per Fernbedienung; da man sich in dem kleinen Zimmer meistens so weit vom Lichtschalter weg bewegt, dass man ihn praktisch nicht mehr erreichen kann. Natürlich ist da noch die Klimaanlage, die wohl etwas zu viele Kosten verursachen wüde, als dass ich sie benutzen wöllte. Für den Fall der Fälle hat jeder für all diesen Schnickschnack eine Mappe als Gebrauchsanleitung zur Hand.

Wichtigstes Item neben der Suica-Karte (siehe Bild unten) zum Bahnfahren ist die Zimmerkarte. Mit ihr kommt man in das Haus, in sein Zimmer und an seinen Strom. Ohne die bleibt es dunkel im Zimmer. Man kommt nach Hause, öffnet die Tür per Karte und steckt diese anschließend im Zimmer in ein Gerät, erst dann ist der Strom an (Ausnahme ist der dauernd betriebene Kühlschrank). Strom und Wasser werden über ein "Konto" bezahlt, welches in der Eingangshalle regelmäßig aufgeladen werden kann. An der Anzeige im Zimmer kann man jederzeit ablesen, wieviel Yen noch übrig sind bis das Licht ausgeht. Internet ist im Übrigen kostenlos. Man - außer Nami - hat Zugang zum WLan und in jedem Zimmer befindet sich nochmals ein Anschluss. Nur das Lan-Kabel muss man sich selbst kaufen.

Mülltrennung geschieht hier für Japan typisch nach brennbarem und nicht brennbarem Material. Ein Getränkeautomat darf im Wohnheim natürlich auch nicht fehlen (hab mal gehört, in Japan kommt ein Getränkeautomat auf 20 Japaner).

Wäsche waschen und trocknen ist im Erdgeschoss möglich. Neben einer weiteren Küche als Gemeinschaftsraum gibt es dort noch einen sogenannten Studyroom zum lernen - wieder ein Platz zum Stromsparen ^^

links: die Regelung der Klimaanlage, ein bischen komplizierter als die Lichtfernbediehnung, mit mehr Knöpfen und japanischen Zeichen anstelle von Symbolen

rechst: Die Suica-Kard. Sie dient zum Bahnfahren in Tokyo. Man lädt Geld drauf. Danach immer wieder: Einfach abpiepen, Bahn fahren, nochmal piepen und fertig.

Zum Geld Abheben und zum Einkaufen gibt es in der Umgebung eine Menge Kombinis (kleine Supermärkte). Außerdem kann man sich in den schmalen, verschachtelten Gässchen zwischen den kleinen Wohnhäuserchen ringsum hervorragend verlaufen, wenn man auf einen ruhigen Spaziergang aus ist.
Bis zum Bahnhof sind es ca 15 Minuten zu Fuß. Von dort aus fährt man 30 bis 60 Minuten nach Shibuya, bis jetzt unser wichtigster Treffpunkt.

Auch morgen früh um 10 Uhr werden wir wieder dorthin fahren...

~ein Tag Keio Universität~

Montag, der 16. Februar

Ein weiteres Mal ging es in die Innenstadt, diesmal in den Stadtteil Tokyo, zum Mita-Kampus der Keio Universität und zum Internationalen Center um dort die Miete für die Unterkunft zu bezahlen. Auf den Weg in ein Italienisches Restaurant stolperten wir über eines der Wahrzeichen Tokyos: Den Tokyo-Tower.

rechts: der äußerst westlich anmutende Eingang zum Mita-Campus der Keio Uni

links: Blick auf den Tokyo-Tower

Anschließend fuhren wir ca. 2 Std mit der Bahn zum sogenannten SFC- Campus der Universität, welcher absolut weit außerhalb in der Provinz liegt - und ich dachte immer, die MLU Halle sei verstreut gelegen. Am SFC befindet sich der Sprachenbereich, wo die Japanischen Germanisten, welche uns betreuen, lernen und von wo aus sie die Internet-Video-Konferenzen mit halten. Dort kam zu unserer Überraschung unsere Tutorin Anne aus Deutschland hereingeschneit. Sie war ebenfalls am vorigen Samstag in Japan eingetroffen und ist aufgrund von Nachforschungen für ihre Magisterarbeit nach Japan gekommen ist.

Im Anschluss daran gab es eine kleine Willkommensfeier in Verbindung mit sehr viel leckerem Essen, einem absoluten Informationsüberschuss und eindeutig ungewohnt viel Japanisch, da ja jeder der Japaner einmal mit den Deutschen sprechen und ihn ausfragen wollte. Wir haben auch gleich erfahren, was man plant mit uns beim Gashuku auf Izu (einem Treffen Japan- und Deutschlandinteressierter) anzustellen: Wir werden einem angehenden Deutschlehrer der Keio Universität beim Deutschunterricht helfen. Die Schüler werden auf unterschiedlichen Lernstufen sein, von 1 Semester bis zu 3 Jahren.

Das Ganze wird äußerst spannend, nehme ich an. Und ich hoffe, dass sich unser Japanisch bis dahin weitgehend verbessert hat. oO‘‘

Aber wir haben ja noch unsere treuen japanischen Begleiter, mit denen wir beim Lernen extra viel Spaß haben.^^

Erste Wagnisse in Tokyo

Sonntag, der 15. Februar Part II

Unabhängig vom Batsu-geemu sollten an diesem Tag noch eine ganze Menge anderer Kuriositäten auf uns warten. Diesen Sonntag hatten wir ausnahmsweise frei. Aber wer bleibt da schon mit Hummeln im Hintern im Wohnheim sitzen, wenn er endlich wieder dazu in der Lage ist die Umgebung zu erforschen. Zum nachträglichen Erstaunen unserer Japanischen Betreuer machten wir vier uns alleine mit der Tokyu-Toyoku-Linie auf den Weg in die Tokyoter Innenstadt nach Shibuya.

Nun versuche man in der weltweit berühmten Tokyoter Menschenmasse unterzutauchen – als Europäer und dann noch in vierfacher Ausführung unmöglich.

Wir statteten Hachiko, der Hundestatue vorm Bahnhof Shibuya, einen Besuch ab und danach kam die Pilgerstätte japanischer Frauen, das Modekaufhaus Shibuya Ichi-Maru-kyuu mit seinen 9 Stockwerken voll Klamottenläden an die Reihe. Egal an welcher Stelle, überall dröhnen mindesten zwei verschiedene Läden gleichzeitig mit ihrer lautstarken Musik und ihren Verkäuferinnen auf dich ein - überall Geblinker und eine Auswahl an Modischen Sachen jeder noch so erdenklichen Art, alles in diese ungewohnt kleinen Läden hineingestopft. Hier drinnen ein Foto zu schießen war leider nicht möglich gewesen. Zitat Erik: „Wenn man hier mit Blitz fotografieren würde, dann würde bei dem ganzen Geblinker wohl ein Megablitz entstehen“ oo

Ganz oben angekommen heist es, erst einmal hinsetzen und was Trinken...

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Namis Japanisch-Erfolgserlebnisse:

Ich entdeckte in einem kleinen Lädchen neben dem Tower Records Gebäude originale „Converse“-Turnschuhe - wohl eine der wenigen Sorten von Schuhen bei denen ich in Japan meine Schuhgröße finden kann – zu einem Preis von 2940 Yen (umgerechnet ca. 25 Euro). Irgendwie fühlte ich mich gleich ins zweite Semester Japanisch zurückversetzt und musste an den Text zum Schuhe Kaufen denken. Es folgte mehrmaliges Anprobieren und Hinweise von Seiten des Verkäufers, wo sich meine Zehen in dem Schuh befinden müssten, damit er richtig gut sitzt – und ich hab ihn doch tatsächlich verstanden oo

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Nach weiteren Erfolgserlebnissen beim Kauf von CDs und Büchern ging es dann zu Fuß nach Harajuku zur Cosplaybrücke und zur Takeshita Dori (Bild links), wo wir über die berühmten Kurepu (japanische Crepes, siehe rechts) mit Käsekuchen herfielen. Der Meiji-Schrein sollte jedoch bis zum folgenden Mittwoch warten.

links: die Takeshita Dori

rechts: Nami macht Werbung für Crepes mit Käsekuchen

Zurück in Shimoda hatten wir wieder Hunger und schlüpfen in eine kleine Yakitori-Bar. Leider befinden wir uns hier eher in einem Provinznest als dass die Leute hier „Hoch-Japanisch“ sprechen. Die nette ältere Dame jedoch gab sich trotz einiger Verständigungsprobleme die aller-größte Mühe uns zu bewirten. Es gab Yakitori-Spieße, natürlich mit einer Schüssel Reis und gebratenen Udon-Nudeln. Hinzu kamen die wirklich familiäre Atmosphäre und die freundlichen Menschen in diesem kleinen Lokal, das kaum größer war als mein Zimmer hier im Wohnheim. Das Essen war wie zu erwarten absolut lecker!

links: in der Yakitoribar, der Raum ist schmal und hört am rechten Bildrand auf

rechts: die Bar von außen, klein und kuschelig

Schlussfolgerungen des Tages:

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man sollte sich einfach trauen und mal was ausprobieren.
Japaner in der Innenstadt sprechen wirklich deutlicher als diejenigen, die weiter außerhalb wohnen.
Worte sind aber nicht die einzigen Hilfsmittel um sich verständlich zu machen. Irgendwie geht es immer.